Donnerstag, Mai 28, 2015

FA Duschgel magic oil - oder: Chemie in Dosen für teuer Geld

Heute gibt es mal wieder einen Produkttest von mir. Für trnd konnte ich die drei neuen Duschgels von FA testen: magic Oil blauer Lotus, magic oil Ingwer-Orange, magic oil pinker Jasmin. Gleich zu Anfang sei gesagt: Ich habe keins der Duschgels an meine Haut gelassen, aber zu den Gründen später mehr.



Schauen wir uns doch zunächst einmal an, was uns die Produktgestaltung suggeriert. Da lesen wir auf einem extra Aufkleber "NEU Innovative Formel". Toll, das muss ja was ganz besonders gutes sein, was man für einen Ladenpreis von 2,59 pro Flasche auch erwarten kann.
Weiter lesen wir "magic oils"... Hmm, Ingwer-Orange, da werden bestimmt echte Pflanzenöle drin sein, vielleicht ätherische Öle von Ingwer und Orange...? Darunter steht "edle Pflege", das ganze mit schickem Glitzerhologramm-Klimbim hinterlegt, super, das gönn ich mir!

Sagen wir mal so, das einzige was an dieser neuen Formel innovativ ist, ist, dass sie innovativ schlecht ist. Wobei es für den Hersteller tatsächlich eine Innovation sein könnte: Wie scheffel ich möglichst viel Geld indem ich Billigchemie (die man mittlerweile aus China für nen Spottpreis importieren kann) zusammenrühre und diese dann für viel Geld dank aufwendig designtem Etikett mit tollen Sprüchen an den (dummen?) Kunden bringe.


Die Inhaltsstoffe der Variante "blauer Lotus":

Aqua - Wasser

Sodium Laureth Sulfate - PEG-basiert, gehört zu den eher reizenden Tensiden, es gibt weitaus hautschonendere Alternativen. Ist aber leider Standard in herkömmlicher Kosmetik.

Cocamidopropyl Betaine - Ebenfalls ein Tensid, das in herkömmlichen Duschgels verwendet wird um das stark austrocknende und evtl. reizende Sodium Laureth Sulfate etwas abzumildern. Wie schon beschrieben leider eine übliche Kombi

Parfum - Parfum steht üblicherweise ganz zuletzt auf der Liste irgendwo zwischen den Farbstoffen, da es in eher geringen Mengen eingesetzt wird. Dass es hier an vierter Stelle aufgeführt wird, erklärt den sehr intensiv-penetranten Geruch und macht es für Allergiker nicht gerade verträglicher.

Polyquaternium-7 - Ein Filmbildner, der für ein gutes Hautgefühl sorgen soll. Er wird zunehmend verwendet, da er deutlich billiger als bisherige Alternativchemikalien ist. Dabei ist der Stoff hoch umstritten da er oft mit Acrylamid verunreinigt ist (was den Stoff potentiell krebserregend, reizend und erbgutverändernd macht) und außerdem in Klärwerken nur sehr schlecht abbaubar ist. Darüber hinaus färbt er noch die Wäsche dunkel (schonmal dunkle Flecken in Handtüchern bemerkt, die gerade aus der Wäsche kamen...?), wer will das schon?

Dicaprylyl Ether - Hier ist unser magic oil! Ein Esther aus zwei Fettalkoholen auf pflanzlicher Basis (Kokos- und Palmöl).

Decyl Glucoside - Ein mildes Zuckertensid, das jedoch in deutlich geringerer Menge enthalten ist als z.B. Parfum... Wahrscheinlich auch um die starken Haupttenside noch etwas abzumildern.

Glyceryl Oleate - Pflanzlicher Emulgator

Niacinamide - Vitamin B3

Sodium Chloride - Kochsalz

Laureth-2 - PEG-basiertes Tensid (s.u.)

Propylene Glycol - Wird aus Erdöl hergestellt und dient als Feuchthaltemittel. Es ist ein potentielles Allergen und wird in Naturkosmetik nicht verwendet, weil es im Verdacht steht, u.a. Leberschäden  zu verursachen.

PEG-120 Methyl Glucose Dioletate, PEG-40 hydrogenated Castor Oil, PEG-60 hydrogenated Castor Oil, PEG-55 Propylene Glycol Oleate - Sage und schreibe vier verschiedene PEG-Derivate hat man hier noch versammelt. PEG-Derivate machen die Haut durchlässiger für Schadstoffe und sind auf Grund ihrer Herstellung häufig belastet und somit potentiell krebserregend.

Citric Acid - Zitronensäure

Linalool, Geraniol, Citronellol - deklarationspflichtige Allergene aus Duftstoffen

Butylphenyl Methylpropional - Duftstoff

Alpha-Isomethyl Ionone - Duftstoff

Benzophenone-4 - Benzophenone gehören zu den chemischen UV-Filtern, sie stehen im Verdacht hormonähnliche Wirkung zu haben und krebserregend zu sein. In Duschgels mit transparenter Verpackung dienen sie der Stabilisierung der Farbe und des Duftes... also hier alleine der Schönheit des Produktes und schaden dabei dem Anwender... Traumhaft.

Tetrasodium EDTA - EDTA ist ein Komplexbildner, der dazu führen kann, dass mehrere Inhaltsstoffe miteinander reagieren und somit leichter die Hautbarriere passieren können. Dies gilt besonders für Parabene oder chemische UV-Filter. Darüber hinaus ist es biologisch nur schwer abbaubar.

Sodium Benzoate - Konservierungsmittel

CI 42090 - blauer Farbstoff, zählt zu den eher bedenklichen Farbstoffen und ist in Naturkosmetik nicht zugelassen.


Alles in allem kann ich nur sagen: Finger weg! In diesem Duschgel ist wirklich nichts enthalten, was die Haut wirklich gut pflegt, kein einziger hochwertiger Inhaltsstoff der den Preis rechtfertig, das natürlichste sind wahrscheinlich noch die Inhaltsstoffe Wasser und Kochsalz...

Ich kenne die Stimmen der eher konsumfreudigen "Nicht-Ökos" die jetzt rufen "Jaaaa man muss aber doch die Kirche im Dorf lassen, solange man es kaufen kann und diese Stoffe nicht verboten sind, wird es ja nicht so schlimm sein!"...
Joa klar. Früher hat man auch in Talkshows und in Restaurants neben kleinen Kindern geraucht und hatte Deos mit FCKW und fuhr Autos mit verbleitem Benzin ohne Katalysator. Heute unvorstellbar oder? Wir lernen halt immer wieder was dazu... Diese Entwicklung zum Positiven könnt ihr unterstützen, indem ihr solchen Mist nicht kauft!

Und mal zum Vergleich: Die Alverde Pflegedusche (Naturkosmetik-Eigenmarke von dm) Vanille Mandarine enthält milde hautschonende Tenside, echte ätherische Öle und Pflanzenextrakte und kostet dabei nur 1,45 Euro.... ;-)




Samstag, Mai 09, 2015

Zwergenmantel mit Puffärmeln und Knöpfen aus Schnabelinas Kapuzenkleid Schnittmuster - Tutorial

Hier nun also die Anleitung, wie man aus dem Kapuzenkleid von Schnabelina einen schönen Mantel zaubern kann. Auch wenn Ihr ein Kleid mit Knopfleiste machen wollt (z.B. geeignet wenn ihr ein Kapuzenkleid aus Baumwollstoff ohne Stretch nähen wollt), hilft Euch die Erklärung vielleicht weiter.
Es war mein erster Versuch, einige Sachen sind nicht super perfekt gelaufen und würde ich beim nächsten Mal etwas anders machen. Dazu dann aber mehr im Text. Der Mantel ist aus sehr warmem Sweatstoff genäht, innen ist er mit Jersey gefüttert (außer die Ärmel, diese sind ungefüttert). Ich würde Euch eine Overlock sehr empfehlen, auf jeden Fall aber eine 3.0 oder 4.0 mm Doppelnadel.


Zunächst einmal braucht ihr das Kapuzenkleid Schnittmuster von Schnabelina. Ladet Euch das E-Book und das Schnittmuster runter, lest die Anleitung genau durch und schneidet Euch das Schnittmuster in der passenden Größe aus. Ich habe für den Mantel das einfache Rockteil mit Kräuselung verwendet.
Zunächst macht ihr die Kapuze, wie es in der Anleitung beschrieben ist. Allerdings solltet ihr die Nähte am Hinterkopf ohne Nahtzugabe zuschneiden, da der Ursprungsschnitt ja davon ausgeht, dass das Bündchen vorne am Halsausschnitt überlappt. Da wir dies nicht wollen, muss die Kauzenlänge die nachher am Unterteil festgenäht wird, etwas kürzer ausfallen. Ansonsten kann die Nahtzugabe gerne großzügig ausfallen, wenn man später unter dem Mantel noch beispielsweise einen Pulli anziehen möchte, so wird der Mantel nicht zu eng.

Fertige Kapuze nach der Schnabelina-Anleitung. Am Hinterkopf ohne Nahtzugabe zugeschnitten, damit die untere Halskante etwas kürzer wird.
Nun werden Vorder- und Rückenteil zugeschnitten. Der Zuschnitt muss jeweils für Ober- und Futterstoff gemacht werden, ich habe ihn jetzt jedoch auf dem Foto nur am Futterstoff gezeigt (weil besser zu erkennen, da der Oberstoff ja schwarz ist).


Das Rückenteil wie beschrieben im Stoffbruch zuschneiden, jedoch ca. 5cm (bei Größe 80) nach unten verlängern. Bei anderen Größen im Zweifel noch einmal am Kind nachmessen, damit das Oberteil etwa bis kurz über die Hüfte reicht. Jeweils einmal Ober- und Futterstoff zuschneiden.

Den Stoff für das Vorderteil ebenfalls in den Stoffbruch legen wie beschrieben, jedoch ca. 2cm Abstand zum Bruch halten (nachher habe ich gemerkt, dass 3cm vielleicht noch besser gewesen wären, wenn ein Pulli unter dem Manteil getragen werden soll, also lieber etwas mehr Abstand lassen...). Außerdem natürlich ebenso wie das Rückenteil nach unten verlängern und jeweils einmal für Ober- und Futterstoff zuschneiden. Anschließend am Bruch mit einer Schere möglichst gerade in zwei Teile zerschneiden.

Nun werden die Teile an den Schultern zusammengenäht, wie es auch in der Anleitung steht. Anschließend Ober- und Unterstoff rechts auf rechts aufeinanderlegen und die Kapuze dazwischenschieben (Oberstoff zeigt zu Oberstoff, Unterstoff zu Unterstoff), feststecken und festnähen. Zu den aufgeschnittenen Vorderteilen (dort wo später die Knopfleiste entstehen soll) muss mindestens 1cm Abstand gehalten werden. Schließlich wird die Knopfleiste einfach durch umbügeln und feststeppen eines 1cm breiten Streifens erstellt.

Vorder- und Rückteile wurde an der Schulter zusammengenäht, aufeinandergelegt und jetzt wird dazuwischen die Kapuze am Halssauschnitt eingenäht.Kapuze liegt dabei zwischen den zwei Rückenteilen, Kapuzenspitze zeigt nach unten.
So sieht die eingenähte Kapuze nachher aus, wenn alles aumgedreht ist.

Das Bündchen der Kapuze sowie die Naht der eingenähten Kapuze habe ich knappkantig mit der Doppelnadel abgesteppt, damit der Stoff noch besser aufeinander liegt.

Ober- und Unterstoff ca. 1cm nach innen umklappen und mit Doppelnadel feststeppen.
So sieht die Doppelnadel-Naht von hinten aus. Sie hat mehrere Vorteile: Von vorne sieht sie gut aus, die Doppelnaht bringt doppelte Festigkeit, der Zickzackstich auf der Rückseite versäubert gleich den Stoff sodass er nicht ausfranst und die Naht ist auch noch in gewissem Maß dehnbar (z.B. bei Jersey wichtig), was will man mehr :) Der überstehende Stoff auf der Rückseite kann vorsichtig knapp neben der Zickzacknaht abgeschnitten werden.




Nun geht es an den Zuschnitt der Ärmel. Wenn man Puffärmelchen machen möchte, kann man einfach die Ärmel oben etwas breiter zuschneiden, wie auf dem Foto zu sehen. Schließlich werden sie gekräuselt (wie das geht steht in der Schnabelina-Anleitung) und angenäht.

Ärmel im Schulterbereich etwas breiter ausschneiden.


Mit größter Stichlänge und wenig Fadenspannung die Schulter der Ärmel absteppen, an den heraushängenden Fäden den Stoff kräuseln, soweit, dass die Länge des Schulterbereiches dem original Schnittmuster entspricht. Die Kräusel vorallem nach oben auf die Schulter schieben, den Seitenbereich (nachher unter dem Arm in der Achsel) eher glatt lassen.
Die Ärmel einnähen wie in der Anleitung beschrieben (die Naht ist nicht verdeckt zwischen Ober- und Unterstoff, sondern bleibt sichtbar). Da der gekräuselte Sweatstoff sehr dick ist, war ich froh um meine Overlock, mit einer normalen Maschine könnte es etwas schwerer und knubbeliger werden.
Nun wird das Unterteil zugeschnitten und genäht. Die 5cm Verlängerung des Oberteils muss hier natürlich wieder abgezogen werden. Bitte darauf achten, dass dieser Teil im unteren Bereich abgezogen wird, nicht im Hüftbereich, da sonst die Breite des Rockteils nichtmehr zum Oberteil passt (bzw. man müsste sehr stark kräuseln, was bei dickem Stoff nicht besonders gut geht). Jeweils ein Rockteil muss wieder am Stoffbruch aufgetrennt werden (für die vordere Knopfleiste). Ober- und Unterstoff rechts auf rechts legen und Bündchen dazwischenschieben, zusammennähen. Anschließend eine Knopfleiste wie beim Oberteil umnähen.

Wie man hier sieht, habe ich einfach 5cm am unteren Teil des Schnittmusterteils nach oben umgeklappt und dann aber ganz normal im Stoffbruch zugeschnitten.

Teile des Oberstoffs außen zusammengenäht...

...und Futterstoff ebenso.

Ober- und Unterstoff rechts auf rechts legen, Bündchen dazwischen und zusammennähen, umdrehen und am Bündchen knappkantig mit Doppelnaht absteppen.

am vorderen offenenTeil 1cm umbügeln und mit der Doppelnadel zur Knopfleiste zusammensteppen.
 Nun werden Ober- und Unterteil zusammengesetzt. Dazu einfach das Unterteil auf entsprechende Länge kräuseln, an Oberteil stecken und zusammennähen.

Ober- und Unterteil rechts auf rechts zusammenstecken und nähen.

Fertig! Also fast.... Wie man sieht, habe ich noch Ärmelbündchen und Druckknöpfe drangemacht. Allerdings haben die Druckknöpfe auf dem dicken Stoff nicht gehalten, sodass ich sie später noch gegen Knopflöcher und Knöpfe ausgetauscht habe. Weiteres Problem: Da sich die Stoffe von Ober- und Unterteil beim Zusammennähen gegeneinander verschieben, hat man dann u.a. vorne an der Knopfleiste eine unschöne Stelle, an der man die Naht sehr deutlich sieht (daher dieses extrem hübsche Webband-Vögelchen, das ich darüber genäht habe...^^). Wahrscheinlich ist es besser, die Knopfleiste erst ganz zum Schluss komplett in einem umzunähen, nicht Ober.- und Unterteil jeweils einzeln.




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