Sonntag, November 25, 2012

Sugar Scrub mit Seife

Schon länger trage ich mich mit dem Gedanken, mal (wieder) ein Salz- oder Zuckerpeeling zusammenzurühren. Oft wird ein Sugar Scrub ja nur mit Öl gemacht (klar, in Wasser löst sich der Zucker ja auf), aber mir ist das immer etwas zu ölig gewesen. Deshalb habe ich nun mit Flüssigseife (bzw. Schmierseife aus KOH-Verseifung) experimentiert.



Rezept:
50g Olivenöl (oder Öl nach Wahl)
100g brauner Zucker
20g Bittersalz (Magnesiumsulfat)
90g KOH-Seife
3g rosa Tonerde
10-20 Tropfen süßes Orangenöl

Öl und Seife in einem Topf vermengen, Zucker, Salz und Tonerde in einem anderen Topf vermengen und dann unter Rühren langsam ins Fett-Seife-Gemisch rieseln lassen. Zum Schluss unter Rühren das ätherische Öl zugeben.

Es tun sich hierbei folgende Schwierigkeiten auf:

- Das Verhältnis Öl / Seife muss stimmen, da bei zu viel Öl die Waschaktivität der Seife nicht mehr reicht und man einen schaumig-öligen Film auf der Haut hat, der nicht ganz leicht wieder abzuwaschen ist. Bei zu viel Seife, ist die Haut nicht starkt genug gepflegt wie ich finde. Da aber das Gewicht (also die Menge der Seife) immer auch von der verwendeten Flüssigkeitsmenge bei der Herstellung abhängt, muss wohl jeder für sich selbst etwas experimentieren, wie es am besten passt.

- Ich habe eine Schmierseife mit ca. 1/3 Kokosfett und 3/4 Olivenöl verwendet. Olivenöl ist toll für die Haut, aber die Seife hat durchaus einen bestimmten Eigengeruch. Wenn man nachher beduftet, ob nun mit PÖ oder ÄÖ, muss man das bedenken, denn der Duft wird immer leicht verfälscht wie ich festgestellt habe.


damit man sich mal sone richtige Abreibung verpassen kann.... ^^

PS: Ich hatte vorher etwas ähnliches mit Goldmica und Parfumöl angerührt und habe mit roten Quaddeln und Jucken darauf reagiert, was mir sonst eigentlich nie passiert. Deshalb ist das hier jetzt völlig naturbelassen und nicht gefärbt.


Honigseife

Nach einer verkorksten Honigseife, die so extrem gegelt hat, dass sie mir dunkelbraun verbrutzelt ist, habe ich mir einen tollen Tip aus dem Seifenforum zu Herzen genommen und SEHR kalt gearbeitet. Heißt: Die Fette werden bis auf ca. 12 Grad runtergekühlt (hatte denTopf im Bad vorm Fenster auf Kipp stehen), egal ob sie dann wieder leicht fest werden oder nicht. Die Lauge (ebenfalls 12 Grad kalt) kann nachher mit dem Pü-Stab auch in "Pampe" gut eingerührt werden.


Zutaten: 150g Palmöl, 100g Rapsöl, 100g Kokosfett, 80g Sonnenblumenöl, 50g Rizinusöl, 20g Bienenwachs, 100g Honig und etwas Jojobaöl zur Überfettung das weg musste, ca. 7% überfettet. Im Nachhinein kann ich sagen: lieber nur 10g Bienenwachs nehmen, die Seife war nach wenigen Stunden beim schneiden schon sehr hart und ist etwas zerbröselt.




Beduftet ist sie gar nicht, so riecht sie nur schön nach Honig und Biene, wie es sein soll ;)




Montag, November 19, 2012

Noch ne Lush-Geschichte....



Da ich neulich (nach dem kleinen Mr Bumble, der mir aber auch eigentlich gar nicht gehört ;) ) unerwartet auch noch zur stolzen Besitzerin eines Sugar Scrubs von Lush wurde, habe ich mich dann doch nochmal etwas mehr mit deren Produkten auseinandergesetzt und auf deren Homepage gestöbert.

Damit mir diese Firma nicht demnächst eine Unterlassungsklage anhängt, fange ich mal mit dem an, was ich positiv fand ;)

Zunächst mal muss ich sagen, dass ich persönlich die Aufmachung und das ganze Layout der Lush-Produkte furchtbar finde… Diese Comicschrift auf schwarzem Grund macht mir jetzt überhaupt keine Lust, das ins Bad zu stellen, weil es irgendwie billig wirkt in diesen Plastikpötten. Umso überraschter war ich, als ich sah, dass Lush Gesichtscreme für 65,- Euro im Angebot hat! Eher nicht das Preissegment von Teenagern, also mal genauer hingeschaut bei der Gorgeous Gesichtscreme (45ml!). Diese Creme enthält tatsächlich eine schöne Mischung aus pflegenden Ölen, den größten Anteil hat Bio-Olivenöl, aber ganz weit vorne steht auch Nachtkerzenöl, das auch gerne bei sehr gereizter und empfindlicher Haut sowie Neurodermitis eingesetzt wird. Im Vergleich zu vielen anderen hochpreisigen Marken (die bei Ökotest regelmäßig ganz hinten liegen…) hat man hier auf viele der üblichen chemischen Zusätze verzichtet, wirklich im Vergleich ne tolle Creme!
Dass dann doch mit Parabenen konserviert wurde… Naja, drücken wir nen Auge zu. Was das Triethanolamin dann noch darin verloren hat… Nunja, schade, denn dieser Stoff steht mittlerweile im Verdacht Krebs zu erregen, hätte man weglassen können, steht aber fast ganz hinten und wird nicht in großen Mengen vorhanden sein. Wen es interessiert: Ich habe in den Versuchen zu meiner Diplomarbeit mit Triethanolamin (TEA) mal (mit der üblichen Schutzkleidung, Handschuhe etc.) Zeolithe synthetisiert, die zur Spaltung von Erdöl und Filterung von Gasen verwendet werden… Aber das nur am Rande. Ins Gesicht hätte ich mir das jetzt nicht unbedingt gerschmiert….^^

Was mich wirklich sehr erstaunt hat: Lush bietet frische Masken mit z.B. pürierten Blaubeeren an, die nicht konserviert sind und im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen. Das finde ich wirklich mutig und habe ich noch bei keinem anderen Hersteller gesehen! Solche frischen Produkte kann man nicht auf Vorrat produzieren, schlecht und nur kurz lagern und viele Hersteller gehen lieber auf Nummer sicher und geben ne Ladung Konservierungsstoffe mehr rein… Aber gar keine so wie hier! Wie gesagt, nicht schlecht… Keine Angst vor Beschwerden auf Grund von Schimmelwiesen nach 3 Wochen im warmen Bad oder so, Hut ab (also im Ernst jetzt!).

Nach den positiven Überraschungen jetzt mal zu den negativen…..

Gar nicht gefallen mir diese festen Badeschäume und Shampoos, die alle an vorderster Front Sodium Lauryl Sulfat enthalten. Dieses Tensid wirkt austrocknend und hautirritierend und es gibt beispielsweise bei Biokosmetik auch bessere Alternativen. Das Problem ist wohl eher, dass das Produkt bei Lush nunmal fest sein soll: Viele andere Tenside sind nicht oder nicht so billig in Pulverform erhältlich, somit eben nur für Gele und Flüssige Waschmittel geeignet. Dazu kommen in diesen Shampoobars noch PEG-Derivate, DEA (siehe TEA)… Für mich eine Spielerei, die nach Natur aussehen soll und es aber nicht ist, nur „mal was anderes“ eben. Zumal: Lush ist stolz darauf, Verpackungsmaterial durch die festen, trockenen Produkte zu sparen und somit die Umwelt zu schonen… Dass die verwendeten Tenside und andere Inhaltsstoffe aber schwer abbaubar sind und die Umwelt belasten, das scheint sie eher nicht zu interessieren…. Versteht der Verbraucher auch nicht so leicht wie die Geschichte mit der Verpackung, toller Marketingtrick….

Also man merkt vielleicht, ich werde kein Fan von dem Laden ;) Für mich hat jedes Produkt der Bio-Eigenmarken der großen Drogerieketten deutlich mehr zu bieten, und das zu moderaten Preisen. Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann es ja mal hiermit versuchen…..

Bild geklaut bei https://www.facebook.com/Alterra.Naturkosmetik

Donnerstag, November 01, 2012

Rote Lippenpomade aus dem Jahr 1857... Ja es ist ROT!

In dem alten Buch "Toiletten-Chemie" aus dem Jahr 1857 habe ich gerade ein schönes Rezept für rote Lippenpomade gefunden, das wie folgt lautete:



Fettes Mandelöl         ½ Pfund
Walrat                         4 Loth
weißes Wachs             4 Loth
Alkannawurzel           4 Loth
Rosenöl                     ½ Loth

Alles zusammen im Wasserbad schmelzen (außer das Rosenöl), Alkannawurzel dazu und warten bis sie die Farbe abgegeben hat, dann durch ein Tuch schlagen (filtrieren), das Rosenöl dazu und abfüllen.


Da ich sofort loslegen wollte, musste ich das ganze ein Bißchen abwandeln auf die Zutaten die hier sind, mal abgesehen davon, dass echter Walrat heutzutage ja sowieso verboten ist. Mein Rezept sah also so aus:

Jojobaöl                       25g
Distelöl                        25g
Cetylakohol                   5g
Lamecreme                     5g
Kakaobutter                    5g
Mangobutter                   5g
weißes Bienenwachs    10g
Alkannawurzelpulver    15g

Gemacht wie oben beschrieben. Ich bin total fasziniert, wie extrem die Alkanna rot färbt!! Da hätte locker die Hälfte gereicht, meine Lippen sehen ganz blutig aus (auch wenn man das auf dem Foto mit dieser doofen webcam mal gar nicht sieht^^) :D 





Seife von Lush ... Mr Bumble

Seit ca. 4 Jahren mache ich selber Seife. Besonders in den letzten Monaten, seit es nun auch eine Lush-Filiale in unserem neuen Einkaufszentrum in Hannover gibt, werde ich dann oft angesprochen "Kennst Du auch Lush? Warste Du da schonmal? Die haben ja auch so tolle Sachen!", woraufhin ich meistens gequält das Gesicht verziehe....

Mehrere Male bin ich schon an deren Shop vorbeigeschlichen, kurz reingegangen und habe es kaum ausgehalten, weil es dort so penetrant und intensiv nach all ihren Düften riecht... Dazu diese glitzernden Seifen um die sich hordenweise junge Mädchen scharen... Ziemlich anstrengend der Laden ;)

Nun habe ich aber tatsächlich mal eine Seife von denen in die Finger bekommen, da mein Schatzi eine kleine süße Biene von einer Kollegin zum Abschied geschenkt bekommen hat. Ich hoffe ich trete der Dame jetzt hier nicht auf den Schlips, wenn ich mich eher kritisch äußere... Aber die Biene ist wirklich süß und war ne schöne Idee! :D

Bei " Mr Bumble" handelt es sich um ein Tuch mit Bienenaufdruck, in dem eine große Badekugel und eine Seife eingewickelt sind. Gegen die Badekugel kann man gar nicht viel sagen, diese enthält wie üblich Natriumkarbonat und Zitronensäure, dazu ätherische Öle, Rhassoulerde, Honig, Aloe Vera Gel... Alles gut soweit!


Aber bei der Seife habe ich doch gestaunt.... Hier die Inhaltsstoffe, man bedenke, dass diese in der Reihenfolge der verwendeten Menge aufgeführt werden:

Honigwasser, Propylenglykol, Rapsöl, Kokosöl, Natriumlaurylsulfat, Wasser, Sodium Stearate, Natriumhydroxid, Parfum, Bienenwachs, Wildorangenöl, Bergamotteöl, Aloe Vera Extrakt, Glyzerin, Kochsalz, EDTA, Tetrasodium Etidronate, Gardenienextrakt, Titandioxid, Benzyl Benzoate.

Ich habe mal die Zutaten fett geschrieben, die bei mir auf keinen Fall in die Seifen kommen würden und dort auch eigentlich nix zu suchen haben. Ich finde sehr interessant, dass Propylenglykol noch VOR den eigentlich zu verseifenden Fetten aufgelistet ist, die ja den größten Anteil in der Seife haben müssten (neben der verwendeten Flüssigkeit natürlich).  Propylenglykol (oder auch Propandiol) wird als Weichmacher und Feuchthaltemittel in Kosmetika eingesetzt, außerdem kann es die Löslichkeit von Stoffen verbessern und Emulgierbarkeit fördern. Das Zeug wirkt hautirritierend und sollte in Kosmetika nur in Konzentrationen bis 15% eingesetzt werden. Nun muss man zwischen "Leave-On"- (Cremes etc.) und "Wash-Off"-Produkten (Duschgel etc.) unterscheiden, ich vermute dass man dort höhere Konzentrationen verwenden kann, da das Produkt ja wieder abgespült wird. Aber dass der Stoff hier ganz vorne auf der Liste steht, ist doch sehr seltsam, da er ja auch völlig überflüssig ist. Ich hab schon überlegt, ob mit diesem Alkohol quasi eine Art Glyzerinseife (Glyzerin steht ja auch zusätzlich auf der Liste, wenn auch weit hinten) gemacht wurde (also Lösung der reinen Seife in Alkohol), einfach nur um das Gewicht möglichst billig zu erhöhen und so den Gewinn zu maximieren.... Hm. Weiß man nicht.

Zu den Fetten ist zu sagen, dass zum einen lediglich 2 Fette verwendet wurden, was eher eine einfache (billige...) Seife ausmacht, und dazu noch die billigsten, die zu kriegen waren (Raps- und Kokosöl). Kokosöl ist als Schaumfett unverzichtbar, trocknet aber in höheren Konzentrationen die Haut aus, sodass sie in der Regel nur max. 1/3 der Seife ausmachen sollte, besser nur ca. 25%. Laut Reihenfolge ist hier zwar mehr Rapsöl als Kokosfett enthalten, allerdings wird die Seife bei zu viel Öl nicht fest, und da keine weiteren evtl. stabilisierend wirkenden Fette dabei sind, wird der Anteil Kokosfett sicher nicht unerheblich hoch sein.  Oder hier springen die anderen Zusatzstoffe ein und machen die Seife fest... Alles in Allem keine recht überzeugende Mischung.

Ansonsten noch diverse Zusatzstoffe, die man aus Duschgels etc. kennt: Natriumlaurylsulfat ist eine waschaktive Substanz und wirkt hautreizend und allergieauslösend, weshalb ihr Einsatz in Kosmetika umstritten ist, im chemischen Labor wird es zur Denaturierung von Eiweißen verwendet, sehr vertrauenserweckend... EDTA ist ein Komplexbildner der zur Wasserenthärtung eingesetzt wird, man findet ihn auch als Lebensmittelzusatzstoffe (ist aber beispielsweise in Australien nicht zugelassen, die werden schon wissen warum). EDTA wird im Abwasser nur sehr langsam abgebaut und ist sehr mobil. Der Stoff gilt als ökologisch bedenklich, da der Komplexbildner Schwermetalle aus Sedimenten lösen kann, die dann in unserem Trinkwasser zu finden sind. Das Umweltbundesamt empfiehlt offiziell, Ersatzstoffe für EDTA zu verwenden. Naja, dann noch ein paar weitere Konservierungsstoffe, Weichmacher bzw. Lösungsmittel ( Tetrasodium Etidronate, Benzyl Benzoate) und fertig ist die Seife.

Man muss natürlich sagen, dass diese Stoffe auch in allen möglichen anderen Kosmetika, die man im Handel bekommt, zu finden sind. Sie sind natürlich auch zugelassen, da gibts nix zu beanstanden. Soweit ich weiß macht Lush ja auch keine "Biokosmetik", sondern es soll einfach bunt sein, glitzern und möglichst abartig riechen. Aber mir persönlich ist sowas immer ein Dorn im Auge, zumal man dann oft hört "Deine Seife ist so weich, die muss man immer ganz trocken halten sonst schmiert die hier rum".... Ja genau, weil sie nicht übermäßig Kokosfett oder irgendwelche Zusatzstoffe enthält, die genau diesen haptischen Eindruck verbessern sollen. Und wenn die Leute von Chemie so verwöhnt sind, dass sie Natur schon als anstrengend und unpraktisch empfinden, dann finde ich das eben nicht gut... So, mein Wort zum Donnerstag ;)

Nee aber im Ernst, meiner Ansicht nach ist der Reiz der Seifenherstellung ja genau der, dass chemische Stoffe vermieden werden können und Seife biologisch schnell abbaubar und (mit Pflanzenölen hergestellt) ein sehr nachhaltiges, umweltfreundliches und allergiearmes Produkt ist.



PS: Alle anderen handelsüblichen Seifen haben übrigens ebenso Zutaten aus dem Chemiebaukasten, nicht nur Lush. Nimmt man nur sowas wie Dove oder Nivea Cremeseife, gehen einem auch die Augen über. Das ist eigentlich alles keine Seife mehr.






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