Samstag, Juli 14, 2012

Der Klimawandel: Muss ich aufhören zu atmen um CO2 zu sparen?


Die Geschichte vom Klimawandel ist seit Jahren in aller Munde. Der Meeresspiegel steigt, die Unwetter und Katastrophen nehmen zu, Wetterextreme sorgen für Missernten usw. und um all das zu verhindern gibt es nur eine Möglichkeit: CO2 einsparen!
Da ich mich als Geowissenschaftlerin schon seit dem Studium mit solchen Themen beschäftige, möchte ich mal meine Sicht der Dinge darstellen und erklären, warum der ganze CO2-Hype reine Panikmache ist, hinter der eine ganze Industrie steht und hervorragend verdient. Ob Green Labelling mit „Bio“ und „Öko“ oder CO2-neutrale Postverschickung durch eine Spende für einen neu gepflanzten Baum… All das nutzt unser schlechtes Gewissen aus, das wir mit allen Mitteln zu beruhigen versuchen.
Zuerst möchte ich jedoch festhalten: Ich streite nicht ab, dass es den Klimawandel gibt! Aber er hat ganz andere Ursachen als die Allgemeinheit denkt und wir kleinen Menschen können keinen nennenswerten Einfluss darauf nehmen was passieren wird oder nicht. Außerdem ist es natürlich trotzdem sinnvoll, auf alternative Energien umzusteigen um die Luft nicht weiter zu verpesten und sich Gedanken über Nachhaltigkeit zu machen, um unseren Kindern keine verstrahlten Bergwerke und verseuchtes Trinkwasser zu hinterlassen. Dies sollte dann aber auf Grund von Naturschutz, Artenschutz und nicht zuletzt für bessere Luft zum Atmen und gute Lebensbedingungen für uns Menschen geschehen, mit der Verhinderung eines Klimawandels hat dies nichts zu tun.

Ich versuche, möglichst wenig wissenschaftliche Einzelheiten zu beschreiben und habe nur Grafiken von Wikipedia verwendet, da diese oft einfach gehalten sind und eindrucksvoll das zeigen, was hunderte von wissenschaftlichen Quellen inhaltlich auch nicht anders, nur komplizierter darstellen.

Beim letzten Klimagipfel „Rio plus 20“ wurde gerade deutlich, dass westliche Länder wie auch Deutschland es zwar  geschafft haben, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, dies aber vom weltweiten Fortschritt in Ländern wie Indien oder China mehr als aufgefressen wird. Was wollen wir aber gegen diesen Aufschwung tun, der Bevölkerung in diesen Ländern das Autofahren und Produzieren von Gütern für bessere Lebensqualität verbieten? Wohl kaum. Alleine diese Erkenntnis zeigt: Der CO2-Ausstoß wird weiter steigen, was wir auch tun, der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und die betreffenden Ländern wollen ja bekanntlich auch nicht mitspielen bei unseren harten CO2-Zielen, aus deren Sicht auch durchaus verständlich.

Treibhausgase und Temperaturanstieg

CO2 ist das übelste Treibhausgas auf der Welt und ist alleine für eine Klimaerwärmung zuständig, so die einhellige Meinung. Tatsache ist, dass es nur bis 26% Anteil am Treibhauseffekt hat, Methan gar nur 9% und Ozon maximal 7%. Einen Anteil bis zu 70% entfällt hingegen auf H2O, also nichts anderes als Wasserdampf in der Atmosphäre! Einen Hauptanteil haben auch die Wolken am Himmel, denn was ist der Treibhauseffekt: Er entsteht, wenn auf die Erde fallende Sonnenstrahlen (neben dem von der Erde absorbierten Teil) nicht komplett zurück ins All reflektiert werden, sondern sich an Teilchen in der Atmosphäre brechen und wieder zurückgeworfen werden auf die Erde. Diese Teilchen können Moleküle wie CO2 sein, aber eben auch H2O und die Wolken selbst (der sogenannte Albedo-Effekt). Also ab sofort weniger schwitzen, kein heißes Wasser kochen, es wird Wasserdampf eingespart!

Was aber ist nun wirklich der Grund für den Klimawandel? Die Temperatur steigt doch an und die Pole schmelzen! Das stimmt. Meistens wird zur Untermauerung der CO2-Klimawandel-These ein Diagramm gezeigt, dass einen Anstieg von Temperatur und CO2 in den letzten 100 Jahren zeigt und einen Zusammenhang herstellt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Carbon_dioxide_in_Earth%27s_atmosphere
Das Diagramm zeigt einen einen recht kurzen Zeitabschnitt von weniger als 1 Million Jahren und einen CO2-Anstieg im Vergleich zu den letzten Eiszeiten. Der CO2-Gehalt befindet sich in einem Bereich unter 400ppm.(Quelle: Wikipedia - "Carbon dioxide in Earth's atmosphere".This figure was prepared by Robert A. Rohde from publicly available data and is incorporated into the Global Warming Art project.)
Tatsache ist aber: Die Klimazyklen der Erde erstrecken sich über viel größere Zeiträume! Das wäre in etwa, als würde ich sagen, ich habe in den letzten 3 Monaten 3 Kilo zugenommen und werde wohl bald fett sein wenn das so weiter geht, ohne zu erwähnen dass ich in den 4 Jahren davor 30 Kilo abgenommen habe und alles andere als fett bin, sondern das ein normaler Gewichtsspielraum ist, in dem ich mich bewege.
Schaut man sich ein Diagramm an, das mehrere Millionen Jahre berücksichtigt, kommt man zu der Erkenntnis, dass der CO2-Gehalt selten so niedrig war wie heute. Die größten „CO2-Killer“ der Erde sind Vulkane und Tektonische Aktivitäten. Diese spielten vor langer Zeit eine viel größere Rolle als heute und sorgten für immensen CO2-Ausstoß, dagegen sind unsere Autos und Fabriken heute nahezu Peanuts.

http://en.wikipedia.org/wiki/Carbon_dioxide_in_Earth%27s_atmosphere
Links ist der heutige CO2-Gehalt der Atmosphäre zu sehen. In der Vergangenheit der Erdgeschichte war dieser im Grunde immer sehr viel höher, bedingt durch vulkanische und tektonische Aktivitäten. Die verschiedenen Kurven stehen für verschiedene Berechnung, man kann aber sagen dass der CO2-Gehalt so gut wie immer mindestens 1000ppm oder deutlich mehr betragen hat (vergl. vorheriges Diagramm mit 400ppm heute). (Quelle: Wikipedia - "Carbon dioxide in Earth's atmosphere". This figure was prepared by Robert A. Rohde from published data and is incorporated into the Global Warming Art project.)
 
Den großen Rahmen CO2 können wir also vergessen. Was aber sorgt dann für den Temperaturanstieg zur Zeit? Dafür verantwortlich sind im Wesentlichen die sogenannten Milankovic-Zyklen sowie bestimmte Sonnenaktivitäten.

Milankovic-Zyklen

Die Milankovic-Zyklen bezeichnen drei Eigenarten der Erdrotation:
-          Die Präzession der Erdrotationsachse (ähnlich einem trudelnden Kreisel) mit Zyklen von etwa 25.800 Jahren
-          Die Veränderung des Neigungswinkels der Erdachse (Erdschiefe) mit einem Zyklus von 41.000 Jahren
-          Die Veränderung des Radius der Erdumlaufbahn um die Sonne (Exzentrizität) mit einem Zyklus von 100.000 Jahren
Diese Zyklen sind hauptverantwortlich für Warm- und Kaltzeiten auf der Erde. Vergleicht man ein Milankovic-Diagramm mit einem Klimadiagramm, wird der Zusammenhang sofort deutlich. Ist der Zusammenhang mit dem CO2 ebenso deutlich…? 

http://de.wikipedia.org/wiki/Milankovi%C4%87-Zyklen
Es  besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Milankovic-Zyklen und den Eiszeiten auf der Erde bzw. dem Klimawandel. Die Zyklen wirken sich auf die Sonneneinstrahlung und somit die Temperatur auf der Erde aus (untere Kurve). (Quelle: Wikipedia - "Milanković-Zyklen". This figure was prepared by Robert A. Rohde from published data and is incorporated into the Global Warming Art project.)


Im Grunde leben wir heute also in einer Kaltzeit, es ist uns nur nicht bewusst. Die Temperatur steigt an, aber auf einem niedrigen Niveau und nicht deshalb, weil wir so viel CO2 in die Luft blasen.

Rechts sieht man, dass die Isotopenkurve heute absteigt, was als Kaltzeit interpretiert werden kann. Im Vergleich zu früheren Zeiten liegt der Wert insgesamt eher niedrig. (Quelle: Wikipedia - "Phanerozoic Climate Change". This figure was originally prepared by Dragons flight from publicly available data and is part of the Global Warming Art project.)

 
Wir können es nur so akzeptieren wie es ist, aber um weiter bei großen Zeitachsen zu bleiben: Die Evolution hat meistens dafür gesorgt, dass sich Organismen an veränderte Umgebungsbedingungen angepasst haben, wenn der Wandel nicht zu schnell ablief. Auch wir Menschen werden uns anpassen können, alles eine Frage der Gewöhnung. Also Kopf hoch :)
Ach und: Pflanzen wandeln CO2 in Sauerstoff um, sie brauchen diesen quasi zum Leben und stellen einen natürlichen Puffer dar (ebenso wie die CO2 -Senke Ozean, aber das ist noch ein anderes Thema). Die Erde weiß sich schon zu helfen, auch Tiere und Natur können sich anpassen, wie sie es schon seit Millionen von Jahren tun! Wenn wir aufhören, den Regenwald abzuholzen, ist schon eine Menge zum Klimaschutz getan.
Also lasst Euch nicht verrückt machen mit dem Klimawandel und dem CO2 -Ausstoß, lebt wie ihr es für Euch und Eure Kinder verantworten könnt und fallt nicht auf die Tricks der Industrie herein.

Zum Schluss noch ein kleiner philosophischer Abstecher: Der Mensch möchte immer gerne alles in der Hand halten, wir fühlen uns nicht gerne hilflos. So wie ein Raucher, der weiß wie schädlich das für ihn ist aber fleißig weitermacht mit der Begründung "Wenn ich wollte könnte ich morgen sofort aufhören, kein Problem!" und sich mit dieser Überzeugung genüsslich zurücklehnt, wenn er sich das einredet kann er beruhigt weiterrauchen. So sind wir auch, "wir sparen CO2 und dann wird alles gut!", ohne zu verstehen, wie klein und unbedeutend wir Menschen sind. Aber die Überzeugung, im Zweifel alles in der Hand zu haben, beruhigt uns einfach. Wenn dann plötzlich die Bilder eines Tsunamis in Japan über den Bildschirm laufen, starren wir stumm und staunend darauf und können nicht glauben was dort passiert, wie gewaltig die Natur sein kann. Das damalige Erdbeben hat die Erdachse um 10cm verschoben, das hätten wir mit Menschenkraft wohl kaum geschafft, das kann nur die Natur selbst, mal eben so nebenbei.
Wir sollten nicht soviel darüber reden wie schlimm das Klima zur Zeit ja ist, wir können uns darüber freuen dass wir zufällig gerade jetzt auf diesem Planeten erschienen sind, wo wir keine Eiszeit haben, was wäre dann mit uns? Bei minus 80 Grad und einer kompletten Vereisung der Nordhalbkugel würden wir wohl nicht mehr über schrumpfende Gletscher jammern.... Unsere Existenz ist nur ein Wimpernschlag auf der langen Zeitachse des Universums und unseres Planeten, wir haben unendlich Glück gehabt dass es uns gibt, und dass heute (im Gegensatz zu früher) sehr selten Erdbeben und Vulkanausbrüche oder gar Meteoriteneinschläge unseren Weg kreuzen. Manchmal sollten die Menschen mehr darüber nachdenken, wie gut es ihnen eigentlich geht.


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